Fronleichnam oder „Hüfinger Herrgottstag” – Erinnerungen, Gemeinschaft und gelebte Tradition
Der Hüfinger Herrgottstag ist für viele Bewohnerinnen und Bewohner unseres Hauses weit mehr als das kirchliche Fest Fronleichnam. Er ist Teil ihrer Lebensgeschichte und mit Erinnerungen verbunden, die oft bis in die Kindheit zurückreichen.
An zwei Nachmittagen vor Fronleichnam wurden bei uns gemeinsam auf den Wohnbereichen Margeriten gezupft, die später für unser Altarbild verwendet wurden.
Dies war nicht nur die Vorbereitung auf einen Festtag. Während die Hände beschäftigt waren, wurden Erinnerungen lebendig: Geschichten von früheren Feiertagen, vom gemeinsamen Sammeln auf den Wiesen rund um Hüfingen, vom Zupfen der Blumen, vom Legen der Blumenteppiche und von den frühen Morgenstunden, in denen bereits um vier Uhr die kunstvollen Teppiche und Altarbilder entlang der Hüfinger Hauptstraße präsentiert wurden.
Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner wurde das gemeinsame Tun so zu einer wertvollen Form der Erinnerungspflege. Vergangene Erlebnisse konnten geteilt, vertraute Traditionen wieder aufgegriffen und persönliche Erfahrungen gewürdigt werden. Gleichzeitig hatte das gemeinsame Arbeiten etwas Ruhiges und Verbindendes – beinahe Meditatives.
Das diesjährige Motiv für das Altarbild wurde erneut von Michael Moog entworfen. Mit viel Kreativität, Erfahrung und einem sicheren Gespür für die Tradition des Hüfinger Herrgottstags schuf er die Vorlage für das beeindruckende Kunstwerk. In der Garage der Familie Moog wurde das Motiv anschließend gemeinsam mit zahlreichen engagierten Helferinnen und Helfern gelegt und geklebt. Unser besonderer Dank gilt Petra und Michael Moog, die sich seit vielen Jahren mit außergewöhnlichem Engagement für diese Tradition einsetzen. Mit großem Zeitaufwand, viel Herzblut und unermüdlicher Tatkraft tragen sie Jahr für Jahr dazu bei, dass dieses wertvolle Brauchtum lebendig bleibt und auch die Bewohnerinnen und Bewohner unseres Hauses daran teilhaben können.
Ein herzliches Dankeschön gilt ebenso Kerstin Skodell, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, sowie Gabi Knapp. Gemeinsam organisierten sie für uns ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die unsere auf einen Rollstuhl angewiesenen Bewohnerinnen und Bewohner mit Zeit, Aufmerksamkeit und großer Herzlichkeit begleiteten. Ohne dieses Engagement wäre Vielen die Teilnahme am Herrgottstag nicht möglich gewesen.
Die feierliche Prozession, das Betrachten der kunstvoll gestalteten Blumenteppiche und Altarbilder sowie die besondere Atmosphäre dieses traditionsreichen Tages wirken bis heute nach. Noch immer wird im Haus davon erzählt. Der Hüfinger Herrgottstag hat einmal mehr gezeigt, wie Erinnerungen, Gemeinschaft und gelebtes Brauchtum Menschen verbinden und Lebensgeschichten lebendig halten können.
– Jeanette Wäldin –